Sonntag, 4. März 2012

Burnout: Arzt statt Coach


Burnout- Coaches unerwünscht

Es mag eigenwillig anmuten, wenn ein Berater zum Thema Burnout, der ja gerade deshalb, weil viele Menschen am Arbeitsplatz psychisch erkranken, eine Marktnische hat, über das „Geschäft mit dem Burnout-Syndrom“ schreibt. Aber es mir wichtig, sowohl für mich selbst als vormals Betroffenem, als auch für all jene Menschen, die sich mit ihrer mentalen Erkrankung zeitweise aus dem bisherigen Alltagsleben zurückziehen müssen.
Wer so handeln muss, befindet sich zweifelsohne in einer persönlichen Notlage, einer Krisensituation. Und genau in dieser sind viele Menschen hilfsbedürftig und kaum in der Lage gute eigene Entscheidungen für sich zu treffen. Orientierungslosigkeit ist gerade für Menschen mit hohen Ansprüchen an sich selbst und an die Erreichung von Zielvorgaben eine Qual. Die Lösung scheinen „Coaches“ zu bieten. Sie verfügen über „Erfahrung“, „bewährte Methoden“, „erprobte Verfahren“ die „mit Sicherheit“ Aus der Notlage heraus und mehr oder weniger schnell ins Leben zurück führen.
Ich will nicht abstreiten, dass viele der Menschen die in der Vergangenheit schon gesunde Menschen zu neuen beruflichen oder privaten Erfolgen gecoacht haben, sich die Fähigkeit erworben haben, dies auch für kranke Menschen zu tun. Ich werde auch nicht bezweifeln, dass es möglich ist psychisch erkrankte Menschen zu neuem beruflichen Erfolg „zu coachen“. Ich will aber vehement bestreiten, dass dies Fähigkeiten sind, die wirklich die Mehrheit der „Coaches“ hat und ich will auf Basis meiner eigenen Erfahrung als Kranker und meinen vielen Gesprächen mit anderen Kranken bestreiten, dass der Eingriff von außen mittels „coaching“ wirklich im Sinne des Patienten ist.
Ich empfehle grundsätzlich allen Menschen, den Weg zum Arzt, sei es der Hausarzt, ein Spezialist oder ein Arzt in einem Krankenhaus oder unmittelbar in einer Klinik. Und ich empfehle diesen Schritt als Ersten zu tun. Tun sie diesen Schritt, wenn Sie das Gefühl haben, da könnte etwas sein. Wer drei Monate lang auf der Arbeit sitzt und täglich davon erzählt, er oder sie bekäme wohl bald ein Burnout, wird nach diesem Besuch vermutlich anders reden. Wer beispielsweise mit Problemen in der Verdauung, der Atmung zu tun hat, an chronischen Schmerzen im Magen-Darm-Bereich leidet, plötzlich allergisch reagiert oder allergische Reaktionen aus der Kindheit wieder erlebt, wird ebenso von diesem Arztbesuch profitieren.
Nur ein Arzt, idealerweise ein Arzt, der in seiner Laufbahn öfters mit psychisch belasteten Patienten zu tun hatte, wird eine treffende Diagnose erstellen können. Es ist auch nicht falsch mehrere ärztliche Meinungen einzuholen. Es ist aber immer richtig und wichtig zuerst einen Arzt aufzusuchen. Er wird entsprechend der Lage Sie an Fachkollegen weiterverweisen, darunter gegebenenfalls auch Psychotherapeuten oder Psychiater.
Den kompletten Blog-Beitrag "Arzt statt Coach" lesen Sie auf meiner Website.

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