Montag, 23. April 2012

Burnout in den Schulen

Bringen wir unseren Kindern Burnout bei?
 
Es wäre mir nicht aufgefallen, das am 21. April diesen Jahres der Erfinder des Kindergartens 230 Jahre alt geworden wäre, hätte Google ihm nicht ein Google-Doodle gewidmet. Ehrlich gesagt, ich hätte nicht einmal gewusst, dass der Kindergarten die Erfindung eines Deutschen ist. Und so habe ich etwas Zeit mit dem Lesen seiner Lebensgeschichte und Idden verbracht und weiß nun, warum meine Bauklötzchen so aussahen, wie sie ausgesehen haben und wieso in der Vorschule die ich im Berliner Bildungssystem der 1970er Jahre durchlaufen bin, die Formen in den Mengenlehre-Kästen die Form hatten, die sie vermutlich auch heute noch haben, sofern denn Mengenlehre noch Bestandteil des Lehrplan ist.
Nun, diese Selbstaufklärung wäre wohl eine nette Nachhilfestunde geblieben, wären mir nicht beim Zusammenstellen von neuen Artikeln für meine wöchentliche Nachrichtenzusammenfassung „Burnout & Beratung – Nachrichten“ ein Artikel und ein Blogbeitrag aufgefallen, die mich im Zusammenhang mit dem vorher gelesenen nachdenklich gestimmt haben. Und in mir kam die Frage auf: Erziehen die Schulen zum Burnout und lehrt der Unterricht heute als Nebeneffekt den Weg in den Burnout?
Loslassen will mich der Gedanke schon deswegen nicht, weil Kinder das Wertvollste sind, was eine Gesellschaft vorzuweisen hat. Nicht weil Sie einmal später die Renten und Pensionen der älteren Generationen finanzieren sollen. Nein. In ihnen leben Kultur, Wissen und Gefühle, Werte und Einstellungen von Familie, Freunden und Gemeinschaft, der gesamten Gesellschaft weiter. Nun gibt Deutschland wesentlich weniger Geld für Bildung aus, als dies das Königreich Bhutan tun, wie ich in meinem letzten Blogbeitrag schon erwähnte. Aber dennoch hat auch bei uns das schlechte Abschneiden unserer Kinder bei der PISA-Studie zu entsetzten Aufschreien geführt. Deutschland, das Land der Dichter und Denker, der Ingenieure nur noch Mittelmaß? Das konnte keine politische Denkrichtung auf sich sitzen lassen und jede hatte ihre Antwort, auf die plötzlich entstandene Krise.
Nun glaube ich spätestens seit meinem 25. Geburtstag nicht mehr an plötzliche Krisen im Bildungssystem. An diesem Tag bekam ich einen Nachdruck der FAZ-Ausgabe von meinem Geburtstag geschenkt. Diese enthielt einen Artikel zum Krise an den Deutschen Universitäten und der Hochschulbildung ganz allgemein. Das interessante an dem Artikel: Die FAZ hätte ihn 25 Jahre später erneut abdrucken können und er hätte inhaltlich noch genauso in die Diskussion um die Hochschulpolitik und die Situation von Lehre und Forschung an den Universitäten gepasst, wie an meinem Geburtstag. Und auch heute, knapp über 43 Jahre später, könnte man ihn guten Gewissens erneut abdrucken.
Nun ist mir auch bekannt, dass die PISA-Studie nicht unumstritten ist, in dem was sie wie abfordert und was sie als Ziele von Bildung und Umgang mit Wissen voraussetzt. Aber eines ist mir erinnerlich: Die Schulen Skandinaviens waren besser als die in Deutschland. Und so wurde, das bessere Abschneiden fest im Auge, Skandinavien zum Vorbild für Deutschland auserkoren, zumal dort die Gesamtschule bzw. die Ganztagsbetreuung von Kindern und Jugendlichen alltäglich ist und dies vielen Schulpolitikern in Deutschland gut ins Parteiprogramm oder in die eigene Argumentationskette passte.
Motive hin oder her. Ich hätte nicht so gestutzt, wäre mir nicht jener Blogbeitrag aufgefallen, in dem das über ein Jahrzehnt währende Ansteigen des Burnoutsyndrom bei Schulkindern in Norwegen, Schweden und Finnland Thema gewesen wäre. Haben wir etwas falsch gemacht in unserem Bildungssystem? Ganz bestimmt nicht, denn selbst wenn es so wäre, würde niemand dies sagen und immer bestreiten und Beweise vorlegen können, die untermauern, dass nichts falsch gemacht wurde. Ich selbst nehme mir seit einigen Jahren heraus, derartige Unfehlbarkeitsbeweise grundsätzlich zu ignorieren, einfach weil die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler in einem Set aus Entscheidungen in einem System aus Systemen größer ist, als dafür, dass kein Fehler darin enthalten ist. Außerdem weiß ich, dass Fehler nichts Schlechtes sind.
Wenn also nun nach Jahren, in denen wir versucht haben in unseren Schulen skandinavischer zu werden, nun auch bei uns das Burnoutsyndrom in Schulen Einzug hält, was kann uns dies sagen?
Lesen Sie den kompletten Blogbeitrag "Burnout in den Schulen" auf meiner Website.

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