Montag, 21. Mai 2012

Bekommt Fernando Torres Burnout?

Die Champions League gewonnen und trotzdem unglücklich


Seit eine französische Königin empfahl das hungrige Volk möge Kuchen essen, wenn es kein Brot habe, kennen wir Äußerungen von reichen, berühmten, bekannten Personen, Königen, Stars, VIPs die irgendwie daneben scheinen. Millionäre die sagen Geld alleine mache nicht glücklich, haben leichtes reden, wenn man selbst am Ende des Monats kein Geld mehr übrig hat.
Und nun verkündet Fernando Torres, er sei nicht glücklich? Gerade hat er im Champions League Finale mit seinem Team zusammen den FC Bayern München im Elfmeterschießen besiegt. Kein anderes Vereinsspiel hat so viele Fernsehzuschauer wie das Finale der Champions League. Vor der grüßten Zuschauerschaft gewinnt er ein Spiel und ist nicht wirklich glücklich? Er feiert, es gibt eine Parade durch London und zigtausende bejubeln ihn. Und er ist nicht glücklich?
Aber kennen wir das nicht? Wie oft feiern wir mit Freunden oder der Familie auch wenn wir nicht glücklich sind. Wir feiern gerade dann, als Ausgleich oder als Gegengewicht zu den weniger positiv empfundenen Umständen, wenn es uns schlecht geht. Wir brauchen keinen Anlass, keinen Sieg unseres Lieblingsvereins, keinen Lottogewinn, keinen tollen Vertragsabschluss, keine Gehaltserhöhung oder Beförderung, um zu feiern. Gute Mine zum bösen Spiel? Selbstverleugnung? Selbstbetrug?
Sobald das Feiern, das Loslassen vom Alltag nicht mehr ohne die Einnahme körperfremder Substanzen funktioniert, ist sicherlich ein Punkt erreicht, an dem es nachzudenken gilt. Wenn ohne Substanzen wie Alkohol oder Drogen es nicht mehr möglich ist im Kopf von alleine umzuschalten, von der Last hinweg auf die Freude, die Freunde, wenn das Loslassen von alleine nicht mehr klappt, dann ist Obacht geboten. Genauso ist Obacht geboten wenn mit oder ohne körperfremde Substanzen der Wechsel von der realen Lage in eine Phantasie- oder eine Abschaltwelt oder in eine parallele Welt erfolgt. Das kann zwar Ausgleich zu den Belastungen einer misslichen Lage schaffen aber kaum die reale Lage verändern.
Richtig ist, dass es gesund ist die eigenen Gedanken schweifen zu lassen. Es gibt Momente auf der Arbeit, bei denen ein kurzer Moment des Gedanken schweifen Lassens, die Übersicht wieder herstellt. In Meetings mit Brainstorming wird in strukturierter Form nichts anderes getan, als die Gedanken um einen konkreten Punkt frei zirkeln zu lassen. In strategischen Planungssitzungen wird mit Denken in extremen Varianten oder dem Vorstellen einer von der Gegenwart abgehobenen zukünftigen Realität nichts anderes getan. Oder wie meine Großmutter es genannt hätte: “Einfach mal wieder rumspinnen.“ Das ist gesund. Es sich zu verbieten dagegen nicht. Und falls sie es alleine nicht mehr können, holen Sie sich Hilfe bei Ihren Kindern oder Patenkindern, den Kindern ihrer besten Freunde oder jedem anderen Menschen, der es nicht verlernt hat ein Kind zu sein.
Und Frenando Torres? Was belastet ihn so schwer, dass er sich glaubt nicht mehr freuen zu können und dies sogar im Interview offen äußert? Bekommt der nun einen Burnout oder wird Alkoholiker, weil ihn auch ein Sieg in der Königsklasse, in der Liga der besten europäischen Fußballvereine nicht glücklich machen kann?

Lesen Sie den Kompletten Blog- Beitrag "Bekommt Fernando Torres Burnout" auf meiner Website.

Mittwoch, 9. Mai 2012

Burnout kommt so unerwartet


Der Vogelstrauß lebt nicht nur in Afrika
„Und plötzlich hatte ich Burnout.“ Naja, so ganz plötzlich nicht, wenn sich der Mensch dann hinsetzt und sich ein wenig Zeit zum Nachdenken nimmt - sobald das wieder geht. Denn dann werden die Symptome, die vor der Diagnose auftraten, plötzlich doch auf psychische Überlastung zurückgeführt. Für mich war die wohl kurioseste Erkenntnis im Nachgang, dass eine vor 30 Jahren einmalig in einem Frühling aufgetretene Pollenallergie an den Augen sich zurückmelden kann - rein psychisch angeregt. Der Magen machte vor meiner Erkrankung bei mir Probleme und übliche Hausmittel in Verbindung mit Schonkost waren keine Hilfe. Und erst als ich ein wenig Ruhe hatte stellte ich eigentlich fest, dass ich mit einem Dauerkopfschmerz lebte.
Andere Sympotme die auftreten können (bei mir war dies dann nicht der Fall) sind allergische Reaktionen der Haut oder Erkrankungen der Atemwege, speziell Husten-, Schluckbeschwerden, Entzündungen und Reizungen im Halsbereich und auch die Mandeln können sich plötzlich zu Wort melden. Besonders Frauen berichten oft von Kreislaufproblemen und Schwindelgefühlen. Das ist es medizinisch gesprochen. Aber diese körperliche Sprache des Burnoutsyndroms lässt sich in Alltagssprache übersetzen, bis hin zu Sprichwörtern oder geflügelten Worten, die wir alle kennen. Wir tun es halt nur nicht, wenn ein solches Symptom auftritt.
So jucken Menschen plötzlich Dinge, die scheinbar früher an ihnen abgeperlt sind oder nicht zu ihnen durchdrangen. Sie können - oder wollen - nicht mehr alles schlucken, was ihnen vorgesetzt oder zugemutet wird. Neue Aufträge oder Arbeitsanweisungen will die Psyche nicht mehr verinnerlichen. Wer einen dicken Hals hat, dessen Psyche seht sehnt sich nach Aussperrung, Ruhe und keinem weiteren Input. Sodbrennen können wir hier auch einordnen. Halsthematiken sind aber auch Probleme es unausgesprochenen, des Ungesagten, sei es der eigenen Meinung oder eigener Empfindungen. Was das Bauchgefühl sagen will und die Stimme nicht ausspricht bleibt im Hals stecken und reizt dort.
Kreislaufprobleme sind ein generelles Verarbeitungsproblem im gesamten menschlichen System. Vielleicht treten sie bei Frauen häufiger auf, weil bei Ihnen die Hirnhälften stärker miteinander verbunden sind. Dass Frauen generell etwas anders „ausbrennen“ als Männer, scheinen zumindest viele neuere Studien nahe zu legen. Und so erklären sich Schwindelanfälle mit den sich zwischen den Hirnhälften im Kreise drehenden Gedanken. Wie auf ein Rad gespannt  sprechen sie von einem Verlust der Orientierung oder von Ausweglosigkeit. Ein Ohnmachtsanfall, Kreislaufzusammenbruch oder auch nur das sich kurz einmal Hinsetzen müssen, sind nichts weiter als ein Überfahren werden. Also wissen Menschen eigentlich, was mit ihnen los ist. Eigentlich hätte ich wissen müssen oder zumindest können, dass mir etwas schwer im Magen liegt. Nichts anderes sind Magenrobleme, egal ob nun ein schlecht verdauter Gänsebraten oder ein emotionales oder sachliches Problem im Kopf. Es liegt schwer im Magen. Und es muss raus, sonst gibt es Probleme.
In meiner Zeit in der Klink und gegenüber meinem Therapeuten habe ich scherzhaft öfters gesagt, dass mir das Talent zum Alkoholiker fehlen würde. Daher kam ich nie auf die Idee gegen das Magengefühl einen Verdauungsschnaps zu nehmen. Andere Menschen tun dies und das nicht nur bei einem schlecht verdauten Gänsebraten. Ja es bedarf nicht einmal schwerer Magenprobleme. Es ist eine einfache Reaktion auf ein irgendwie vorhandenes Phänomen, nicht immer ganz bewusst. Und so wird aus dem Bier am Abend ein Sechserpack am Abend, die Flasche Wein jeden Abend, die Flasche Whisky jeden Abend. Klingt absurd? Es ist Alltag in Deutschland. Genauso ist die Nutzung von Schmerzmitteln und anderen Medikamenten, verschreibungspflichtigen wie auch frei verkäuflichen ein Alltagszustand ist. Schmerzmittel helfen vermeintlich gegen die Schmerzen, deren Ursachen aber ganz wo anders liegen.
Und auch wenn es immer wieder abgestritten wird, so ist in vielen großen Unternehmen, speziell auch großen Beratungsunternehmen, Substanzmissbrauch in Form von Rauschmitteln ein alltäglicher Zustand, der mal mehr mal weniger offen gelebt wird. Und das Internet eröffnet praktisch unbegrenzten Zugang zu neuen „Wundermitteln“ aus aller Welt, alten, vermeintlich vergessenen Heilmitteln, oder einfach nur neuen Designerdrogen mit unerforschten Auswirkungen auf die Psyche allgemein, die Gehirnzellen und somit den gesamten Menschen.
Das alles klingt wenig gesund. Ist es auch nicht. Und jedes objektive Nachdenken (jenseits von politischen Fundamentaldebatten über Legalisierung von Drogen, den Umgang mit Alkohol oder die Regulierung der Medikamentenabgabe) muss zu der Erkenntnis gelangen, dass das Hinzuführen von körperfremden Substanzen in den menschlichen Körper zu dessen Zustandsänderung nicht die passende Lösung ist.
Kein Mensch käme auf den Gedanken, wenn er die Hand auf eine heiße Herdplatte legt, diese dort liegen zu lassen und gegen die Schmerzen eine Pille zu schlucken. Auch das Wegziehen der Hand, um eine Salbe aufzutragen und danach wieder die Hand auf diese heiße Herdplatte zurück zu legen ist ein Gedanke, den kaum ein Mensch je gehabt haben wird. Warum verhalten wir und im Berufsleben anders? Warum verhalten wir und in Bezug auf uns selber anders?
Lesen Sie den kompletten Blogbeitrag "Burnout kommt so unerwartet" auf meiner Website.